TransCareKult - Anerkennungskultur verankern, Bindung stärken

 

Das Projekt „TransCareKult – Anerkennungskultur verankern, Bindung stärken“ ist Teil des IQ Netzwerks Hessen und wird im Rahmen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.

 

Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Das Programm wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).

 

 

Hintergrund des Projektes

 

Das Vorhaben „TransCareKult – Anerkennungskultur verankern, Bindung stärken“ ist das Folgeprojekt der vorangegangenen Projekte „TransCareKult RheinMain“ (2015-2016) sowie „TransCareKult – Anerkennung neu denken“ (2017-2018). In diesen beiden Projekten wurde, in Zusammenarbeit mit kooperierenden stationären Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, im Rahmen von IQ ein Qualifizierungskonzept zur Etablierung einer transkulturellen Willkommens- und Anerkennungskultur in stationären Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen entwickelt, erprobt und umgesetzt.

Die vom Hessischen Institut für Pflegeforschung im Rahmen des Projekts TransCareKult – Rhein Main (2015-2016) durchgeführte Studie zeigt, dass die Unternehmen mit unterschiedlichen Strategien und Maßnahmen – welche vorwiegend die Anwerbung, Einstellung, Sprachentwicklung und die Anerkennung der Berufsqualifikation ausländischer Pflegefachkräfte fokussieren – auf die Herausforderungen bei der Integration ausländischer Pflegefachkräfte reagieren. Für die Verankerung einer Willkommens- und Anerkennungskultur sowie der nachhaltigen Gestaltung eines wechselseitigen Integrationsprozesses, welcher sowohl Bedürfnisse und Bedarfe der zugewanderten als auch langjährig Mitarbeitenden berücksichtigt und bedient, werden von den Unternehmen nur selten adäquate Qualifizierungsmaßnahmen angeboten. Auf diese Angebotslücke reagiert das Projekt TransCareKult mit dem entwickelten Qualifizierungskonzept, welches die kulturelle Diversität im Setting der stationären Pflege fokussiert.

Weitere Informationen zur Entwicklung des Qualifizierungskonzeptes finden Sie hier.

 

Nach der Entwicklung, Erprobung und ersten Umsetzung des Qualifizierungskonzeptes in der ersten Förderphase (2015-2016), folgte die hessenweite Umsetzung der Qualifizierungsmaßnahmen in kooperierenden stationären Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen im Folgeprojekt „TransCareKult – Anerkennung neu denken“ (2017-2018).

Weitere Informationen zur Umsetzung des Konzeptes finden Sie hier.

 

Das Folgeprojekt „TransCareKult – Anerkennungskultur verankern, Bindung stärken“ (2019-2021) beinhaltet zum einen die Weiterentwicklung und weiterhin hessenweite Umsetzung des Qualifizierungskonzeptes in den Unternehmen. Zum Anderen widmet sich das Projekt, zur Verstetigung des Qualifizierungsangebotes in den Unternehmen, der Konzipierung und Durchführung eines „Train the trainer“-Ansatzes.

 

 

Für weitere Informationen zu den Angeboten und Leistungen des Projektes, finden Sie hier den Flyer sowie eine Leistungsbeschreibung zum Download:

 

Flyer TransCareKult.pdf
PDF-Dokument [250.6 KB]

 

Ziele des Projektes

 

Ziel des Projektes ist, den Prozess der Personalgewinnung und –anbindung über die Integration von internationalen Pflegefachkräften in Einrichtungen der Gesundheit- und Krankenpflege sowie Altenpflege in Hessen zu stärken. Demnach zielt das Projekt auf die nachhaltige Etablierung einer transkulturellen Willkommens- und Anerkennungskultur in den Unternehmen ab.

 

Unterziel 1: Schulung von Arbeitnehmer/-innen in den Unternehmen im Rahmen des Qualifizierungskonzeptes

 

Unterziel 2: Nachhaltige Verankerung des Qualifizierungskonzeptes durch Schulungen und Beratungen auf der Ebene der Organisationsentwicklung sowie Qualifizierung von Multiplikator/-innen („Train the trainer“)

 

Unterziel 3: Verankerung der Inhalte des Qualifizierungskonzeptes in der Pflegeausbildung, um einen Beitrag zur Kompetenzentwicklung zur Zusammenarbeit in interkulturellen Pflegeteams zu leisten

 

Konzeptioneller Ansatz des Projektes

 

Das Vorhaben – und damit die Aktivitäten des Teilprojektes – sind konzeptionell auf drei Ebenen angelegt:

 

Qualifizierung

 

Workshops

Das Qualifizierungskonzept besteht aus folgenden vier inhaltlich unterschiedlichen Qualifizierungsbausteinen, welche sich an den Bedarfen und Bedürfnissen der Pflegenden orientieren und zudem die Themen beinhalten, die von den Pflegenden als besonders bedeutsam im Integrationsprozess bewertet wurden:

 

 

Die Qualifizierungsbausteine werden den Unternehmen in Form von Workshops bzw. Fortbildungen angeboten. Diese richten sich an folgende Zielgruppen:

  • Neu zugewanderte Pflegefachpersonen sowie langjährig Mitarbeitende mit und ohne Migrationshintergrund
  • Einrichtungsleitungen, Stations- bzw. Wohnbereichsleitungen
  • Integrationsbeauftragte
  • Praxisanleiter/-innen
  • Pflegepädagoginnen und Pflegepädagogen

Methodisch-didaktisch orientiert sich die Qualifizierung der Teilnehmenden an der konstruktivistischen Pädagogik, welche die Selbsterfahrung der Teilnehmenden durch Ausprobieren,  Testen und Durchspielen unterschiedlicher Handlungen (Reich 2010) ermöglicht. Ausgelegt auf die Sensibilisierung der Teilnehmenden und das Erarbeiten übertragbarer Handlungsstrategien, werden diese mittels zweier Ansätze geschult: Einem kognitiv und einem affektiv Wahrnehmungsfördernden. Zur Umsetzung dieser Ansätze wurden im Rahmen der vorangegangenen Projekte Fallbeispiele, Rollenspiele, Aufstellungen und andere Schulungsunterlagen aus dem empirischen Datenmaterial entwickelt.

 

Beratungen

Neben den oben beschriebenen Qualifizierungsbausteinen beinhaltet das Qualifizierungskonzept einen Empfehlungskatalog. Zu diesem Empfehlungskatalog sowie zu intrainstitutionellen Problemstellungen im Rahmen des Integrationsprozesses, werden den Unternehmen im Rahmen des Projektes Beratungsgespräche angeboten. Diese Beratungen richten sich vorwiegend an Führungskräfte bzw. Einrichtungsleitungen und Pflegedirektionen.

 

Weiterentwicklung des Qualifizierungskonzeptes

In der Förderperiode 2017-2018 zeigte sich im Rahmen der Umsetzung des Qualifizierungskonzeptes ein Bedarf bzw. das Bedürfnis der Pflegenden, sich über die in interkulturellen Pflegeteams aufeinandertreffenden unterschiedlichen Pflege- und Arbeitsverständnisse auszutauschen. Aus diesem Grund wird  die aktuelle Förderphase zum Anlass genommen, einen weiteren Qualifizierungsbaustein zu entwickeln. Die Entwicklung des weiteren Qualifizierungsbausteines beinhaltet die Durchführung und Transkription von insgesamt 6-7 Gruppendiskussionen mit Pflegenden mit und ohne Migrationshintergrund. Die Auswertung dieser erfolgt in Anlehnung an die Grounded Theory (Corbin/ Strauss 2010). Die Ergebnisse werden anschließend methodisch-didaktisch übersetzt und in Qualifizierungsmaßnahmen transferiert.

 

Evaluation

 

Zur Qualitätssicherung und Verwirklichung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses werden die Qualifizierungsmaßnahmen evaluiert. Hierzu werden unterschiedliche Instrumente wie z.B. ein Seminarbewertungsbogen sowie eine Dokumentation der Qualifizierungsmaßnahmen und deren Verlauf durch die Projektmitarbeitenden eingesetzt. Die Auswertung dieser Daten dient der Ableitung entsprechender Maßnahmen und ggf. Modifikationen des Vorgehens.

Mit der Initiierung eines Wissenschafts-Praxis-Beirates wird, neben der Evaluation des Qualifizierungskonzeptes, eine regionale und überregionale Vernetzung und der Austausch aller beteiligten Akteure und Akteurinnen befördert.

 

Nachhaltigkeit

 

Weiterhin liegt der Fokus des Folgeprojektes auf der nachhaltigen Verankerung des Qualifizierungskonzeptes in den Einrichtungen. Hierzu werden, orientiert an den unternehmensspezifischen Bedarfen, für die Verstetigung förderliche Strukturen identifiziert und Maßnahmen konzeptionell abgeleitet. Eine zentrale Maßnahme stellt dabei die Befähigung von Multiplikator/-innen zur Qualifizierung von weiteren Teilnehmenden in den Unternehmen dar. Dieses Vorhaben im Sinne eines „train the trainer“-Ansatzes ist wie folgt geplant:

  • Konzipierung des „train the trainer“-Ansatzes zur Verstetigung des Qualifizierungskonzeptes in den kooperierenden Unternehmen und Erstellung eines Anforderungsprofils für die Trainer/-innen
  • Durchführung von Strategie- und Sondierungsgesprächen in den Unternehmen, mit dem Ziel, geeignete Multiplikator*innen für die Qualifizierung im Rahmen des „train the trainer“- Ansatzes zu identifizieren bzw. auszuwählen
  • Qualifizierung der Trainer/-innen mehrerer Unternehmen in einem gemeinsamen, zentralen Schulungsangebot. Dieses zentrale Angebot ermöglicht die Vernetzung der Trainer/-innen und schafft die Voraussetzung zur Entwicklung eines Trainer/-innen-Pools

Eine weitere Maßnahme zur nachhaltigen Verankerung der Inhalte des Qualifizierungskonzeptes in die Pflegeausbildung, stellt die Durchführung von Workshops sowie die gemeinsame Entwicklung von Transferstrategien mit Pflegepädagoginnen und Pflegepädagogen dar.

 

Kontakt und Sprechzeiten

 

BCN Gebäude

Etage 8

Projektbüro Raum 814

 

Dienstag - Donnerstag

10:00 - 16:00 Uhr

 

Tel.:       069 - 1533 2675 (Projektbüro)

E-Mail:    transcarekult@hessip.de (Erstkontakt)

 

Weiterführende Informationen

 

 

Weiterführende Informationen sind auch auf der Internetseite des hessischen Landesnetzwerks „Integration durch Qualifizierung (IQ)"  zu finden:

 

 

 

Mit einem Vortrag präsentierte sich das Projekt auf dem 3. IQ Praxistags Pflege am 20.Juni 2018: https://www.hessen.netzwerk-iq.de/3-iq-praxistag-pflege/#c2053

Hier finden Sie uns

 

Hessisches Institut für Pflegeforschung (HessIP)

BCN-Gebäude

Etage 7, Raum 722
Nibelungenplatz 3
60318 Frankfurt

 

Kontakt

 

So erreichen Sie uns:

 

Tel.:         +49 69 1533-3245

Fax:         +49 69 1533-3246

E-Mail:     buero@hessip.de

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

 

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